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Fritz Perls sagt dazu:
"In früheren Zeiten lebte der Mensch als soziales Wesen für das, was als richtig galt und er tat seine Arbeit, einerlei, ob er sie sich gewünscht hatte oder für sie geeignet war. Aber die ganze Gesellschaft wurde regiert und reguliert durch verschiedene »Du sollst« und durch den Puritanismus. Man erfüllte seine Pflicht, ob man wollte oder nicht.
Jetzt hat sich, wie ich meine, das ganze gesellschaftliche Milieu gewandelt. Der Puritanismus ist zum Hedonismus geworden. Wir fangen an, in dem Vergnügen, dem Genuss und dem Rausch zu leben. Alles läuft, solange es Spaß macht.
Das klingt auch gut. Klingt besser als Moralismus. Es ist aber ein sehr ernster Rückfall. Wir haben nämlich jetzt eine krankhafte Angst vor Schmerz und Leiden. Ich muss es wiederholen – wir haben krankhafte Angst vor Schmerz und Leiden. Alles, was keinen Spaß macht oder unangenehm ist, muss vermieden werden. So rennen wir vor jeder Frustration, die schmerzhaft sein könnte, davon und versuchen, sie zu vermeiden. Und das Resultat ist ein Mangel an Wachstum.
Wenn ich über die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem Unangenehmen rede, meine ich natürlich nicht die Erziehung zu Masochismus; im Gegenteil. Ein Masochist ist ein Mensch, der Angst vor dem Schmerz hat und sich darauf trainiert, ihn auszuhalten. Ich rede über das Leiden, das zum Wachstum gehört. Ich rede über die Notwendigkeit, sich wahrhaft unangenehmen Situationen zu stellen."
Bekannt ist dieser methodische Ansatz vor allem für seine erlebnis-aktivierenden, szenisch gestaltenden inneren Dialoge (z.B. durch die Arbeit mit dem open seat) und ferner für das fantasievolle Einsetzen von künstlerisch-kreativen Ausdrucksmitteln.
